22
September
2026
|
12:00
Europe/Amsterdam

Günter Blümleins Vermächtnis

A. Lange & Söhne erinnert zum 25. Todestag an seinen visionären Mitbegründer

Gemeinsam mit Walter Lange führte Günter Blümlein A. Lange & Söhne im wiedervereinten Deutschland zurück an die Spitze der internationalen Feinuhrmacherei. Auch ein Vierteljahrhundert nach seinem plötzlichen Tod am 1. Oktober 2001 lebt sein Vermächtnis in der Unternehmenskultur und in jedem Zeitmesser der Manufaktur fort.

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„Ohne Günter Blümlein gäbe es A. Lange & Söhne nicht mehr – und Glashütte wäre heute nicht wieder das Zentrum der deutschen Feinuhrmacherei“, bemerkte Walter Lange einst in seiner geradlinigen Art. Mit der tatkräftigen Unterstützung seines geschätzten Geschäftspartners Günter Blümlein gelang es dem Urenkel von Ferdinand Adolph Lange, den Mythos der Traditionsmarke nach über vierzigjähriger Zwangspause neu zu beleben und die sächsische Feinuhrmacherei ein zweites Mal erfolgreich in Glashütte zu etablieren.

Um dieses ambitionierte Vorhaben Wirklichkeit werden zu lassen, war die Unterstützung durch einen ausgewiesenen Experten mit feinem Gespür für die Branche, fachlicher Kompetenz, unternehmerischem Weitblick und Courage erforderlich. Mit Günter Blümlein fand man einen Brückenbauer, der Menschen und Ideen zusammenbrachte und dabei nie das große Ganze aus den Augen verlor. „Günter Blümlein wusste, wie man Uhren baut und wie man Menschen führt, er war ein herausragender Manager und Stratege. Er war ein Experte im Marketing und er verstand die Marke A. Lange & Söhne. Ich habe nie zuvor einen Mann getroffen, der so viele Talente in sich vereint,“ erinnerte sich Walter Lange.

Eine Schlüsselfigur der mechanischen Renaissance

Der 1943 in Nürnberg geborene Franke begann seine Karriere nach einem Studium der Feinwerktechnik beim Diehl-Konzern, der in den 1950er-Jahren die Uhrenfabrik Junghans übernommen hatte. Günter Blümlein wurde schnell mit leitenden Positionen in Marketing und Vertrieb betraut, bis die spätere Mannesmann-Tochter VDO ihm die Verantwortung für die Neuausrichtung der in der Holding „Les Manufactures Horlogères“ (LMH) zusammengefassten Marken IWC und Jaeger-LeCoultre übertrug. Wie weite Teile der Schweizer Uhrenindustrie litten diese unter den Folgen der Quarzkrise. Mit einem sicheren Gespür für die Zeichen der Zeit, strategischem Weitblick und konsequenter Markenführung trug Günter Blümlein maßgeblich zur Renaissance der mechanischen Schweizer Uhr bei. Mit der Wiederbelebung von A. Lange & Söhne im Jahr 1990 ebnete er zudem den Weg für die Rückkehr der sächsischen Feinuhrmacherei auf die internationale Bühne der Haute Horlogerie.

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Die Legende ist wieder Uhr geworden

Mit der festen Überzeugung, dass ein Comeback der einst weltberühmten Traditionsmarke möglich war, verstanden Günter Blümlein und Walter Lange die Geschichte von A. Lange & Söhne als Auftrag: Die höchste Qualität der einstigen Taschenuhren sollte die Basis einer starken, auf Handarbeit ausgerichteten Marken- und Produktphilosophie bilden. Günter Blümlein beschrieb das Konzept wie folgt: „Eine Lange-Uhr ist ein Gesamtkunstwerk. Sie verbindet die Leidenschaft der Uhrmacher für Mechanik und Handwerkskunst mit dem unverwechselbaren Stil des Hauses und seiner reichen Geschichte.“ Bei der Präsentation der ersten vier Lange-Armbanduhren der Neuzeit am 24. Oktober 1994 im Dresdner Residenzschloss waren Fachwelt und Liebhaber meisterlicher Uhrmacherkunst auf Anhieb begeistert. Den Aufstieg am stärksten beflügelt hat die LANGE 1 mit ihrem dezentral aufgebauten Zifferblatt und Großdatum, die damals wie heute unverkennbar ist. Gemeinsam mit dem TOURBILLON „Pour le Mérite“ und seinem Antrieb über Kette und Schnecke sowie den Modellen ARKADE und SAXONIA sicherte sich A. Lange & Söhne auf Anhieb einen festen Platz in der Welt der Feinuhrmacherei.

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Wichtige Beiträge zur Feinuhrmacherei

Es folgten weitere Innovationen, die den Anspruch von Walter Lange und Günter Blümlein unterstrichen, konsequent ihren eigenen Weg zu gehen. Zu den bedeutendsten zählt der im Jahr 1999 vorgestellte DATOGRAPH. In einer Zeit, in der selbst entworfene und gefertigte Chronographen-Uhrwerke die Ausnahme waren, setzte das maßgeschneiderte, in der eigenen Manufaktur entwickelte Kaliber neue Maßstäbe.

Mit dem DOUBLE SPLIT, dessen Präsentation Günter Blümlein nicht mehr erlebte, realisierte die Manufaktur im Jahr 2004 erstmals in der Geschichte der Feinuhrmacherei einen Chronographen mit Doppel-Rattrapante. Durch einen zweiten Minutenzähler konnte die Spanne für Zwischenzeitmessungen von 60 Sekunden auf 30 Minuten verlängert werden. In ihm kam auch erstmals die im eigenen Haus entwickelte und gefertigte Unruhspirale zum Einsatz. Dieses Know-how schuf die Voraussetzungen für größtmögliche Unabhängigkeit bei der Entwicklung neuer Uhrwerke. Es war eine der vielen vorausschauenden Entscheidungen Günter Blümleins, von denen die Manufaktur noch heute profitiert. Seine Ideale, sein Mut und sein Weitblick prägen A. Lange & Söhne bis heute.

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Ein bleibendes Andenken

Im Manufakturgebäude „Lange II“ erinnert ein Bronzerelief an Günter Blümlein. Das Werk des Schaffhauser Künstlers Beat Künzler wurde anlässlich seines Todes in Auftrag gegeben und zum ersten Todestag im Jahr 2002 im Rahmen einer Gedenkfeier im Beisein der Geschäftsführung, von Partnern und Mitarbeitern enthüllt. Es zeigt Günter Blümlein mit jenem entschlossenen Blick, an den sich einige Lange-Mitarbeiter noch heute gern erinnern. Im Hintergrund ist das unverkennbare Zifferblatt der LANGE 1 zu sehen, das zum Sinnbild des erfolgreichen Neubeginns von A. Lange & Söhne wurde.

„Walter Lange war das Herz, Günter Blümlein das Hirn hinter A. Lange & Söhne. Nur gemeinsam gelang es den beiden, etwas Großes und Einmaliges zu schaffen“, würdigt Lange-CEO Wilhelm Schmid das gemeinsame Wirken des dynamischen Duos. „Ohne den jeweils anderen hätte wahrscheinlich jeder Schiffbruch erlitten. Daher erscheint es mir wichtig, dass wir Günter Blümlein immer in einem Atemzug mit Walter Lange nennen und seine herausragende unternehmerische Leistung stets würdigen.“

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Über A. Lange & Söhne