04
September
2026
|
13:55
Europe/Amsterdam

Die Kunst der Kurzzeitmessung

Die Entwicklung und Fertigung von Chronographen zählt seit rund drei Jahrzehnten zu den Paradedisziplinen von A. Lange & Söhne. 13 wegweisende Zeitmesser mit Chronographen-Funktion zeugen von der kontinuierlichen Weiterentwicklung dieser anspruchsvollen Komplikation und dem Streben der Manufaktur, neue Einsatzbereiche für die Kurzzeitmessung zu erschließen.

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Es war ein Meilenstein in der modernen Geschichte der Präzisionsuhrmacherei: Im Jahr 1999, nur fünf Jahre nach der Vorstellung der ersten Kollektion von Armbanduhren nach der Wiederbelebung der Marke, präsentierte A. Lange & Söhne mit dem DATOGRAPH sein erstes Chronographen-Uhrwerk. In einer Zeit, in der selbst entworfene und gefertigte Chronographen-Uhrwerke eine Ausnahme waren, ließ das von Grund auf neu entwickelte Kaliber L951.1 schon früh den Anspruch der sächsischen Manufaktur erkennen, uhrmacherische Grenzen zu überwinden und eigene Wege zu gehen. Das zeigte sich unter anderem an der innovativen Ausstattung der Uhr mit Großdatum, Flyback-Funktion und exakt springendem Minutenzähler.

Rattrapante-Chronographen: die Kür der Kurzzeitmessung

Bis heute gilt der DATOGRAPH als Referenz für die Kunst der Kurzzeitmessung. Seit seiner vielbeachteten Premiere hat die Manufaktur ihre Expertise im Chronographen-Bereich aber kontinuierlich ausgebaut. Eine besondere Stellung nehmen dabei die Rattrapante-Chronographen ein. Über viele Jahre hinweg hat A. Lange & Söhne diese konsequent weiterentwickelt und dabei innovative mechanische Lösungen gefunden, die die Möglichkeiten der Kurzzeitmessung neu definierten. Der Begriff Rattrapante stammt aus dem Französischen und bezieht sich auf den zweiten, nachlaufenden Stoppzeiger eines Chronographen. Dieser Rattrapante-Sekundenzeiger kann unabhängig vom Chronographen-Sekundenzeiger angehalten und auch wieder mit diesem synchronisiert werden. So lassen sich bei klassischen Zeitmessern Vergleichsmessungen bis zu 60 Sekunden vornehmen.

Neue Dimensionen der Kurzzeitmessung

Mit dem DOUBLE SPLIT hat A. Lange & Söhne 2004 zum ersten Mal in der Geschichte der Feinuhrmacherei einen Chronographen mit Doppel-Rattrapante realisiert. Durch einen zusätzlichen Rattrapante-Minutenzähler war es erstmals möglich, die Spanne für Zwischenzeit- und Vergleichszeitmessungen von 60 Sekunden auf 30 Minuten zu vergrößern.

Läuft schon der DOUBLE SPLIT außer Konkurrenz, markiert der 2018 präsentierte TRIPLE SPLIT den derzeitigen Höhepunkt in der Entwicklung der Rattrapante-Funktion. Erweitert um zwei Stundenzähler, können sowohl die Chronographen- als auch die Rattrapante-Funktionen bis zu einer Dauer von zwölf Stunden genutzt werden.

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Eigene Uhrwerke als Maßstab

Statt ein Basiskaliber jeweils für unterschiedliche Zeitmesser zu adaptieren, verfügt jeder Chronograph von A. Lange & Söhne über ein maßgeschneidertes Uhrwerk, das auf ein bestimmtes Design- und Anwendungskonzept zugeschnitten ist. Um richtungsweisende Chronographen zu schaffen, hinterfragen die Lange-Konstrukteure bei der Entwicklung neuer Modelle bestehende Konventionen und suchen nach innovativen Ansätzen. Schon während der Konstruktionsphase werden nicht nur technische, sondern auch ästhetische Ziele definiert, die das individuelle Erscheinungsbild und den Charakter des Zeitmessers prägen. Die Chronographen der Manufaktur lassen sich folgenden vier Konzepten zuordnen, die auch die besondere Kompetenz von A. Lange & Söhne in diesem Bereich widerspiegeln:

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1. Modern-klassisch: DATOGRAPH und 1815 CHRONOGRAPH

Die DATOGRAPH-Modellreihe etablierte neue Ansprüche an einen modern-klassischen Chronographen. Schon auf den ersten Blick ließ die neuartige und fein ausbalancierte Zifferblattgestaltung erahnen, dass im Inneren ein von Grund auf neu entwickeltes Chronographen-Kaliber zum Einsatz kommt. Das Großdatum im gerahmten Doppelfenster bei 12 Uhr markiert die Spitze eines gleichseitigen Dreiecks. Dessen Basis bilden die beiden unterhalb der Zifferblattmitte platzierten Hilfszifferblätter für die kleine Sekunde bei 9 Uhr und den exakt springenden Minutenzähler gegenüber bei 3 Uhr. Das gleiche Konstruktionsprinzip, allerdings ohne Großdatumsanzeige, findet sich beim 1815 CHRONOGRAPH.

2. Modern-sportiv: ODYSSEUS CHRONOGRAPH

Um das charakteristische Zifferblattdesign der ODYSSEUS beibehalten zu können, positionierten die Lange-Konstrukteure beide Chronographen-Zeiger im Zentrum, sowohl den Minutenzähler mit rautenförmiger Spitze als auch den roten Chronographen-Sekundenzeiger. Dadurch konnte auf die üblicherweise bei 3 und 9 Uhr platzierten Hilfszifferblätter verzichtet und die stilprägenden Positionen von Großdatum und Wochentag beibehalten werden.

3. Traditionell-klassisch: 1815 RATTRAPANTE

Mit dem bei 12 Uhr positionierten Minutenzähler sowie den zentralen Chronographen- und Rattrapante-Sekundenzeigern folgt der 1815 RATTRAPANTE konstruktiv und gestalterisch den traditionellen Schleppzeiger-Chronographen. Die Chronographen-Funktion wird über den Drücker bei 2 Uhr gestartet und gestoppt, während das Nullstellen über den Drücker bei 4 Uhr erfolgt. Dieses Konzept kennzeichnet auch Mehrfachkomplikationen der 1815-Uhrenfamilie wie den 1815 RATTRAPANTE EWIGER KALENDER und den TOURBOGRAPH PERPETUAL „Pour le Mérite“.

4. Ausgeprägt traditionell: GRAND COMPLICATION

Auch die GRAND COMPLICATION, der im Jahr 2013 vorgestellte komplizierteste Zeitmesser der Manufaktur, greift diese klassische Anordnung auf. Die Uhr repräsentiert gleichzeitig das vierte und letzte Umsetzungskonzept der Chronographen-Funktion. Bedienung und Mechanik folgen hier – im Gegensatz zu den drei anderen Varianten – dem Mono-Pusher-Prinzip, das eine Hommage an den Beginn des historischen Chronographen-Baus darstellt. Mit der ersten Betätigung des Chronographen-Drückers bei 2 Uhr wird die Zeitmessung gestartet. Beim zweiten Mal wird die Zeit gestoppt. Wird der Drücker zum dritten Mal betätigt, springen alle Chronographen-Zeiger auf null zurück.

Chronographen mit weiteren anspruchsvollen Komplikationen

Die Chronographen-Funktion gehört aufgrund der filigranen und aufwendigen Steuerungsmechanik zu den anspruchsvollsten Komplikationen mechanischer Uhren. Noch aufwendiger und komplexer wird es bei Zeitmessern, die mit weiteren Mechanismen ausgestattet sind. Jeder für sich ist bereits eine technische Meisterleistung. In ihrem Zusammenspiel stellen sie jedoch eine noch größere Herausforderung dar – sowohl für die Konstrukteure als auch für die Uhrmacher und Finisseure. Mit dem DATOGRAPH PERPETUAL verwirklichte A. Lange & Söhne im Jahr 2006 erstmals einen Chronographen mit ewigem Kalender und Großdatum. Und mit dem TOURBOGRAPH PERPETUAL „Pour le Mérite“ präsentierte die Manufaktur die seltene und ambitionierte Kombination von Rattrapante-Chronographen, ewigem Kalender, Tourbillon und Kette-Schnecke-Antrieb. Die GRAND COMPLICATION ist das sicherlich beeindruckendste Beispiel in diesem Bereich. Sie verfügt neben einer Grande Sonnerie, einer Petite Sonnerie, einer Minutenrepetition und einem ewigen Kalender über einen Rattrapante-Chronographen, der zusätzlich mit einer blitzenden Sekunde ausgestattet ist.

„Die Entwicklung und Fertigung von Chronographen spielt seit über 25 Jahren eine Schlüsselrolle in unserer Manufaktur“, erklärt Anthony de Haas, Direktor der Produktentwicklung. „Jedes Projekt hat unser Verständnis für diese anspruchsvolle Komplikation erweitert und neue Erkenntnisse hervorgebracht, die in die folgenden Entwicklungen eingeflossen sind. So ist eine außergewöhnliche Expertise entstanden, die es uns ermöglicht, jedes Chronographen-Uhrwerk präzise auf seinen Einsatzzweck und das jeweilige Design der Uhrenfamilie maßzuschneidern.“

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