11
September
2019
|
13:00
Europe/Amsterdam

Baujahr 1994: Lisa und die LANGE 1

Mehr als 200 Uhrmacherinnen und Uhrmacher arbeiten in den verschiedenen Montageabteilungen der Lange-Manufaktur. Eine davon ist Lisa. Die junge Frau, die in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag feiert, montiert eine Uhr, die genauso alt ist wie sie selbst: die LANGE 1.

Am 24. Oktober 1994 wurde die erste Lange-Kollektion der Neuzeit vorgestellt. Darunter befand sich die LANGE 1, die seitdem wie keine andere Uhr für den Erfolg des Unternehmens steht. Ihr dezentrales Zifferblattdesign mit dem markanten Großdatum polarisierte zunächst und wurde dann stilbildend. „Die LANGE 1, die ich heute montiere, unterscheidet sich äußerlich kaum von dem damals vorgestellten Modell“, erklärt Lisa. „Ihr Uhrwerk allerdings hat sich grundlegend verändert.“ 2015 löste das neu entwickelte Kaliber L121.1 das bisher verwendete Kaliber L901.0 ab. „Tatsächlich sieht man das vor allem zifferblattseitig kaum“, so Lisa.

Das Design der Uhr wurde nur in kleinen Details weiterentwickelt. Die Zifferblattgestaltung zeigt eine leicht überarbeitete Typographie, die Lünette ist etwas schmaler. Umso mehr hat sich das Innenleben der LANGE 1 verändert. Die exakt springende Anzeige des Großdatums schaltet jetzt genau um Mitternacht weiter, die Gangpartie hat eine Exzenterunruh mit freischwingender Unruhspirale aus eigener Fertigung, der Sekundenzeiger bleibt nach Ablauf der Gangreserve von 72 Stunden genau auf 12 Uhr stehen. Alle Räder sind unter der Dreiviertelplatine gelagert, was, so Lisa, „zwar schwieriger in der Montage ist, dafür aber mehr der traditionellen Form der Platine entspricht“.

Trotz dieser Herausforderung mag Lisa den Moment ganz besonders, wenn sie bei der Zweitmontage die Dreiviertelplatine einbaut. „Es fasziniert mich, zu sehen, wie sich die Platine durch das Aufbringen des Glashütter Bandschliffs verändert. Dann sieht man so richtig, was Lange ausmacht.“ Die Schliffe und Polituren während der Montage nicht zu zerkratzen gehört für Lisa zu den schwierigsten Herausforderungen bei ihrer Arbeit.

Manchmal denkt die junge Frau während der Arbeit über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Menschen und mechanischen Uhren nach. „Zum Beispiel die Gangreserve: die LANGE 1 muss nach 72 Stunden aufgezogen werden. Wir müssen selbst dafür sorgen, unsere Batterien immer wieder aufzuladen“, so Lisa. Das macht sie zum Beispiel durch Sport und indem sie mit Freunden Zeit verbringt. „Und die Datumsanzeige erinnert mich daran, immer im Hier und Jetzt zu sein. Das ist wichtig bei meiner Arbeit, damit ich keine Fehler mache.“

Sich stundenlang zu konzentrieren fällt vielen Menschen heute schwer. Ihre Freunde staunen über Lisas Durchhaltevermögen. „Das haben wir schon während der Ausbildung trainiert“, erinnert sie sich. „Anfangs fiel es mir schwer, mich den ganzen Tag lang hundertprozentig zu konzentrieren, aber inzwischen gelingt mir das gut.“ Kurze Entspannung bringen ihr die „aktiven Minipausen“, bei denen sie mit Kolleginnen und Kollegen zusammen einige Minuten lang Übungen zur Entspannung der Rücken-, Hals- und Augenmuskulatur macht. Oder sie schaut kurz auf und nach draußen. Die Uhrmachertische in dem hellen Atelierraum sind in Richtung der großflächigen Fensterfronten ausgerichtet. Nur ein paar Meter entfernt erhebt sich eine bewaldete Felswand. Manchmal huscht ein Reh durch die Bäume. Auch Kletterer hat Lisa schon beobachtet.

Wer sich in Lisas Abteilung und auch in den anderen Uhrmacher-Ateliers umsieht, stellt schnell fest, dass hier viele junge Menschen arbeiten. „Bei uns passt das traditionelle Bild vom älteren weißhaarigen Uhrmacher überhaupt nicht“, lacht Lisa. Tatsächlich sind von den mehr als 200 Uhrmacherinnen und Uhrmacher in der Manufaktur 30 Prozent - so wie Lisa - jünger als 30 Jahre.

Ihre Ausbildung zur Uhrmacherin hat die junge Frau aus der Nähe von Bautzen begonnen, als sie 19 war. „Ich wollte einen Handwerksberuf lernen, weil ich gern etwas mit meinen Händen erschaffen wollte.“ Als Kind hat sie viel gebastelt, im Abitur den Schwerpunkt auf das Fach „Kunst“ gelegt. Eher durch Zufall hat sie dann auf einer Ausbildungsmesse den Info-Stand von A. Lange & Söhne entdeckt und gleich vor Ort „probegeschraubt“. Nach drei Jahren in der hausinternen Ausbildung begann sie in der Montageabteilung für die LANGE 1. „Für mich war das ein Riesenglück. Denn diese Uhr ist tatsächlich auch meine Lieblingsuhr, weil sie das typische Gesicht ist, das man sofort im Kopf hat, wenn man über Lange spricht.“

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Über A. Lange & Söhne

Der Dresdner Uhrmacher Ferdinand Adolph Lange legte mit der Gründung seiner Uhrenmanufaktur 1845 den Grund­stein für die sächsische Feinuhrmacherei. Seine hochwertigen Taschenuhren sind bei Sammlern in aller Welt noch immer heiß begehrt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen enteignet, und der Name A. Lange & Söhne geriet beinahe in Vergessenheit. Im Jahr 1990 wagte Walter Lange, der Urenkel von Ferdinand Adolph Lange, den Neubeginn. Heute werden bei Lange pro Jahr nur wenige Tausend Armbanduhren aus Gold oder Platin hergestellt. In ihnen arbeiten ausschließlich im eigenen Haus entwickelte und aufwendig von Hand dekorierte und zweifach montierte Uhr­werke. Mit 63 Manufakturkalibern seit 1994 nimmt A. Lange & Söhne eine Spitzenposition in der Uhrenwelt ein. Zu den großen Erfolgen zählen Markenikonen wie die LANGE 1 mit dem ersten Großdatum in einer in Serie gefertigten Arm­banduhr und die ZEITWERK mit ihrer exakt springenden Ziffernanzeige. Außergewöhnliche Komplikationen wie die ZEITWERK MINUTENREPETITION, der DATOGRAPH PERPETUAL TOURBILLON oder der TRIPLE SPLIT stehen für das Bestreben der Manufaktur, ihre traditionsreiche Kunst zu immer neuen Höhen zu führen.

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